Fahrräder im Kopf, im Herzen und andauernd in den Händen. Mag bei mir nicht die größte Sammlung stehen (ich habe aktuell sogar nur ein wirklich fahrbares historisches Fahrrad und schon dort ist der Platz knapp bemessen) schlägt mein Herz doch für alte Räder, ihre Geschichte, die Technik und alles drum herum.

Vor 7 Jahren begann ich, regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Dieses Rad stammt noch aus meinen Jugendtagen, gekauft beim Rad-Händler in Holland am Lieblingsurlaubsort der Eltern. Irgendwann auf dem Weg zur Arbeit riss die Kette – also wurde google bemüht um einen Rad-Laden in der nähe meines Arbeitsplatzes zu finden. Und dort geschah es, ich sah zum ersten mal das Pashley Guv’nor – ein Rad grob ausgerichtet im Stil eines Path Racers, oder zu deutsch Halbrenner. Es war um mich geschehen, ein Rad in dem Stil sollte es werden.

Abgeschreckt von dem Preis, fing ich an nach alternativen zu suchen – ein altes Rad kann doch nicht so teuer sein – aber ich wurde nicht fündig. Zumindest vom Zustand her, sagte mir keines der Räder zu, rückblickend ärgere ich mich heute Schwarz, das ich bei dem ein oder anderem Angebot nicht zugegriffen habe!

Irgendwann viel mir dann auch noch der Nachdruck des Stukenbrok Kataloges von 1912 in die Hände – jetzt war es endgültig um mich geschehen, ich wollte ein „altes“ Rad. Begleitet von diversen Zwischenschritten, dem Aufbau eines „Halbrenners“ oder Hipster-Rades auf Basis einen chinesischen Flying Pigeon Rahmens, diversen Fehlschlägen (wieso passt da in den alten Rahmen kein BSA Lager rein???) kam ich Ende 2015 endlich an mein Welt-Rad, von ungefähr 1923. Einen fragmentarischer Scheunenfunden.

Wie im Katalog sollte das Rad aussehen, also entschloss ich mich zur Vollrestauration (ein finanzielles Grab). Mit diesem Rad ging es dann zu meiner ersten Velocipediade des Historischen Fahrräder e.V. und von da an nahem die Sache mit den historischen Fahrrädern erst richtig fahrt auf. Dank des Welt-Rades lernte ich nicht nur viel über Fahrräder und deren Technik kennen, sondern auch eine ganze Reihe von Leuten. Neue Freundschaften wurden geschlossen, viele schöne Erinnerungen gesammelt und diese werde ich, auf immer, mit diesem einen Welt-Rad verknüpfen.

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